Lokale Sportwetten Schweiz: Was erlaubt das Geldspielgesetz?

Updated Juli 2026
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Lokale Sportwetten Schweiz BGS: Geldspielgesetz Regelwerk und kantonale Bewilligungen im Überblick

Was sind lokale Sportwetten (Kleinspiele) nach dem Schweizer Geldspielgesetz?

Wer in der Schweiz über Sportwetten spricht, denkt meist an Online-Plattformen wie Sporttip oder internationale Buchmacher. Doch das Schweizer Recht kennt eine zweite, deutlich weniger bekannte Kategorie: die lokalen Sportwetten. Als ich mich zum ersten Mal damit beschäftigte, war ich überrascht, wie präzise und eng das Gesetz diesen Bereich definiert.

Lokale Sportwetten gelten rechtlich als Kleinspiele – im Gegensatz zu den Grossspielen, die online, interkantonal oder automatisiert durchgeführt werden. Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), in Kraft seit 1. Januar 2019, regelt beide Kategorien. Nur Swisslos und die Loterie Romande halten Konzessionen für Grossspiele – das heisst, ausschliesslich diese zwei Anbieter dürfen Sportwetten online und interkantonal offerieren (BGS Art. 3 / Art. 35; Gespa). Für lokale Sportwetten gelten andere Regeln: Hier erteilen die Kantone Bewilligungen.

Definition lokale Sportwetten Kleinspiele Schweiz: Unterschied zu Grossspielen nach dem BGS erklärt

Der entscheidende Unterschied liegt im Umfang: Kleinspiele sind auf einen Veranstaltungsort, einen Kanton und ein lokales Publikum beschränkt. Sie dürfen nicht online oder interkantonal angeboten werden. Typische Beispiele sind Tipp-Aktionen an Sportveranstaltungen oder Pferderennen – nicht die Art von Wettmärkten, die man von Sporttip oder einem internationalen Buchmacher kennt.

BGS Art. 35 – die gesetzliche Grundlage für lokale Sportwetten erklärt

Art. 35 BGS ist die entscheidende Norm für lokale Sportwetten. Er definiert, was „kleine Sportwetten“ sind und unter welchen Bedingungen sie bewilligungsfähig bleiben. Der Begriff ist technisch: Er bezeichnet Sportwetten, die nicht automatisiert durchgeführt werden, nicht interkantonal sind und ausschliesslich am Veranstaltungsort angeboten werden.

Ergänzt wird Art. 35 BGS durch Art. 38 der Verordnung über Geldspiele (VGS), die weitere Einschränkungen für lokale Sportwetten normiert. Zentral ist das sogenannte Totalisatorprinzip: Die Wetteinnahmen aller Teilnehmer bilden den Gewinnpool, und die Auszahlungen erfolgen proportional aus diesem Pool – ohne dass der Veranstalter eigene Quoten setzt oder ein Marktrisiko übernimmt. Dieses Prinzip unterscheidet lokale Sportwetten fundamental von kommerziellen Buchmachers-Wetten.

BGS Art. 35 lokale Sportwetten Schweiz: gesetzliche Grundlage und Bedingungen für Bewilligungen

Die kantonale Bewilligung ist obligatorisch: Kein lokaler Veranstalter darf Sportwetten ohne ausdrückliche Genehmigung des zuständigen Kantons anbieten. Die Gespa überwacht als interkantonale Aufsichtsbehörde, ob die Bedingungen eingehalten werden.

Welche Kantone haben Bewilligungen für lokale Sportwetten erteilt?

Konkrete Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2024 erteilten vier Kantone insgesamt acht Bewilligungen für lokale Sportwetten – dieselbe Anzahl wie im Vorjahr, wie der Gespa-Jahresbericht und die Statistik 2024 belegen. Die Anzahl ist seit Jahren stabil auf niedrigem Niveau, was die Nischennatur dieses Marktsegments unterstreicht.

Parallel dazu verzeichnete die Gespa 2024 insgesamt 1.172 Bewilligungen für Kleinlotterien (gegenüber 1.003 im Vorjahr), mit einem genehmigten Gesamteinsatz von CHF 19,8 Millionen (Gespa Jahresbericht und Statistik 2024). Lokale Sportwetten machen davon nur einen kleinen Teil aus. Die bewilligenden Kantone sind nicht immer öffentlich namentlich bekanntgegeben, aber es handelt sich typischerweise um Kantone mit entsprechenden Veranstaltungsinfrastrukturen – etwa solche mit aktiven Pferderennbahnen oder Traditionsveranstaltungen.

Kantone mit Bewilligungen für lokale Sportwetten Schweiz 2024: Übersicht der Genehmigungen nach BGS

Wichtig für die Praxis: Wer an einer kantonalen Veranstaltung teilnimmt und eine lokale Wettoption sieht, kann davon ausgehen, dass eine Bewilligung vorliegt. Ohne Bewilligung ist das Anbieten lokaler Sportwetten eine Verletzung des BGS und kann strafrechtliche Konsequenzen haben.

Das Totalisatorprinzip – wie lokale Sportwetten rechtlich funktionieren müssen

Das Totalisatorprinzip ist für viele Schweizer ein unbekannter Begriff – dabei erklärt es den entscheidenden Unterschied zwischen einer Pferdewette beim Renntag und einer Fussballwette beim Online-Buchmacher. Ich erinnere mich, wie ich diesen Unterschied beim Besuch eines lokalen Rennens zum ersten Mal konkret vor Augen hatte: Das Geld aller Wettenden floss zusammen; die Quoten standen erst nach Tor-Abschluss der Wettannahme fest.

Beim Totalisator setzen alle Teilnehmer auf verschiedene Ausgänge eines Ereignisses. Nach Abzug einer Gebühr wird der Gesamtpool auf die Gewinner verteilt. Die Quoten sind variabel und hängen davon ab, wie viele Wetten auf den gewinnenden Ausgang platziert wurden. Dieses Prinzip schützt den Veranstalter vor Marktrisiken, ist aber für Wettende weniger berechenbar als feste Dezimalquoten beim Buchmacher.

Totalisatorprinzip lokale Sportwetten Schweiz: Funktionsweise des Wettpool-Systems erklärt

Das Totalisatorprinzip ist keine Wahlmöglichkeit, sondern gesetzliche Vorschrift für lokale Sportwetten nach BGS Art. 35 und VGS Art. 38. Anbieter, die feste Quoten anbieten wollen, müssen dies über die lizenzierten Grossspielplattformen tun.

Grenzen lokaler Sportwetten – was erlaubt ist und was nicht

Lokale Sportwetten haben enge Grenzen – und das aus gutem Grund. Das BGS hat den Grossspiel-Markt bewusst auf zwei Konzessionsinhaber beschränkt, um Suchtrisiken zu begrenzen und die Gemeinnützigkeit der Erträge sicherzustellen. Lokale Kleinspiele sind als eng umrissene Ausnahme konzipiert, nicht als Hintertür für kommerzielles Sportwetten.

Verboten bei lokalen Sportwetten: Online-Vertrieb, interkantonale Teilnahme, automatisierte Abwicklung, feste Quoten durch den Veranstalter, Angebot an ein allgemeines Publikum ausserhalb des Veranstaltungsorts. Erlaubt: Wetten am Veranstaltungsort, Totalisatorprinzip, Bewilligungspflicht erfüllt, begrenzte Teilnehmerzahl, und ausschliesslich in dem Kanton, der die Bewilligung erteilt hat.

Grenzen lokaler Sportwetten Schweiz: erlaubte und verbotene Elemente nach BGS und VGS

Für Schweizer Spieler mit Interesse an Fussball-Wetten auf grossen Märkten – Super League, Champions League, Bundesliga – sind lokale Sportwetten keine relevante Option. Die relevanten Plattformen sind Sporttip und Jouez Sport als lizenzierte Grossspielanbieter sowie internationale Buchmacher. Mehr zur Abgrenzung und zur Rolle der offiziellen Schweizer Plattformen gibt es im Artikel zu Jouez Sport (Loterie Romande) sowie im Überblick zu den Aufgaben der ESBK.

Vergleich lokale Sportwetten und Grossspiele Schweiz: rechtliche Unterschiede nach BGS
Was sind lokale Sportwetten nach dem Schweizer Geldspielgesetz?

Lokale Sportwetten (Kleinspiele) sind Wetten, die ausschliesslich am Veranstaltungsort, innerhalb eines Kantons und nicht automatisiert angeboten werden. Sie unterliegen BGS Art. 35 und VGS Art. 38, müssen nach dem Totalisatorprinzip funktionieren und benötigen eine kantonale Bewilligung. Sie dürfen nicht online oder interkantonal angeboten werden.

Welche Kantone erlauben lokale Sportwetten?

Im Jahr 2024 erteilten vier Kantone insgesamt acht Bewilligungen für lokale Sportwetten – gleich viele wie im Vorjahr (Gespa Jahresbericht und Statistik 2024). Die konkreten Kantone werden von der Gespa nicht durchgehend namentlich publiziert; es handelt sich typischerweise um Kantone mit Veranstaltungsinfrastrukturen wie Pferderennbahnen.

Wie unterscheiden sich Kleinspiele von Grossspielen beim Sportwetten?

Grossspiele sind online, interkantonal oder automatisiert durchgeführte Sportwetten – nur Swisslos und Loterie Romande halten dafür Konzessionen. Kleinspiele (lokale Sportwetten) sind auf den Veranstaltungsort und einen Kanton begrenzt, müssen das Totalisatorprinzip anwenden und benötigen eine kantonale Bewilligung. Online-Angebot ist für Kleinspiele ausdrücklich verboten.

Verfasst vom Team von „Fussball Wetten Schweiz”.

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